Wildunfälle intelligent verhindern Felix Höltmann Sa., 26.09.2020 - 15:45

Statt Schildern oder Reflektoren sollen künftig Warnlichter die Autofahrer auf Wildtiere aufmerksam machen. Das Projekt wird von Tierschutz, Verkehrssicherheit und Jägerschaft betrieben.

Blinklichter zeigen Wild an
Bei dem neuen System blinken die Warngeräte, wenn sich Wildtiere im Umkreis von 25 Metern befinden. Die Autofahrer können dann reagieren, indem sie die Geschwindigkeit reduzieren und bremsbereit bleiben.

Keine Sauen in Dänemark

In Dänemark soll es nur noch rund 10 Wildschweine in freier Wildbahn geben. Der Bestand lag 2018 noch bei etwa 150 Sauen, wurde aber durch intensive Bejagung und den Wildschutz-Zaun entlang der deutschen Grenze stark reduziert.

Der massive Wildzaun wurde gebaut, um die Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. Dadurch wechselte auch kein Schwarzwild aus Schleswig-Holstein mehr über die Grenze ein.

ASP: LJV von Krisenmanagement entsetzt

Dirk-Henner Wellerhoff, LJV-Präsident von Brandenburg, hat das Krisenmanagement der Behörden in einem Video-Statement massiv kritisiert. Nach einer Krisensitzung mit Vertretern der EU-Kommission lies er sich die Elektrozäune zeigen, die das Auswandern der Sauen verhindern sollen.

Wellershoff sagte, dass er auf 20 Kilometern keinen stromführenden Zaun gefunden habe. Auf dem Video ist zu sehen, dass die Elektro-Litzen so angebracht sind, dass Sauen ohne Probleme darunter her ziehen können.

ASP: Für den Ernstfall gerüstet

Mit der dynamischen Ausbreitung der ASP in Brandenburg steigt auch die Gefahr eines Seuchenausbruchs im Westen des Landes. Doch wenn heute irgendwo in Nordrhein-Westfalen ein mit der ASP infiziertes Stück Schwarzwild gefunden würde, griffen in Abstimmung mit den Kreis­veterinär-Ämtern umfangreiche Einsatzpläne zur Seuchenbekämpfung. Dann schlüge die Stunde der Wildtierseuchen-Vorsorge-Gesellschaft (WSVG).

Schon 32 ASP-Fälle in Brandenburg

Mittlerweile gibt es 32 bestätigte ASP-Fälle im Osten Brandenburgs. Das teilte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner über twitter mit.

Im Landkreis Spree-Neiße im östlichen Brandenburg wurde das Virus am 10. September bei einem verendet aufgefundenen Wildschwein festgestellt. Der Fundort befindet sich beim Ort Sembten (Gemeinde Schenkendöbern), der zwischen Frankfurt (Oder) und Cottbus liegt.

Tularämie in Niederbayern

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat bei einem Feldhasen, der im Bereich Ainbrach (Gemeinde Aiterhofen) gefunden wurde, die Hasenpest als Todesursache festgestellt. Das Landratsamt warnt davor, verdächtige Wildtiere zu berühren.

Bei einem kranken Feldhasen aus dem Bereich Ainbrach wurde ebenfalls der Erreger der Tularämie, also der Hasenpest, nachgewiesen. In den vergangenen Monaten wurden bereits mehrere Fälle von Hasenpest in der Region festgestellt.

Übern Tisch gezogen

Der Wald in Deutschland ist aufgrund von Trockenheit, Stürmen und Schädlingsbefall in einer Extrem-Situation – wir haben in den vergangenen Monaten bereits oft darüber berichtet. Allein in Nordrhein-Westfalen müssen deutlich mehr als 70.000 ha Wald aufgeforstet werden. Der Bund ist bereit, Waldeigentümern dafür viel Geld zur Verfügung zu stellen.

EU beschließt Bleischrotverbot

Auch Deutschland hat für den Vorschlag gestimmt. Durch das Verbot soll der Eintrag von Blei und die Gewässer und die Vergiftung von Vögeln verhindert werden. Das Verbot tritt nach einer Übergangsfrist von zwei Jahren in Kraft.

In Berlin hatten Bundesumwelt- und Bundeslandwirtschaftsministerium lange um die deutsche Position gerungen. Das Umweltministerium argumentierte, dass Blei möglichst bald aus der Umwelt zu verbannen sei.