ASP: Neuer Fund 70 km von Kernzone Felix Höltmann Mi., 30.09.2020 - 12:27

Das FriedrichLoeffler-Institut (FLI) hat am heutigen Mittwoch (30. September) zwei neue Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bestätigt. Damit gibt es nun aktuell 38 offiziell bestätigte ASP-Fälle in Deutschland.

Neuer Seuchenherd
Beunruhigend ist, dass ein Fall in der Gemeinde Bleyen-Genschmar (Landkreis Märkisch-Oderland) bestätigt wurde, der rund 70 Kilometer nördlich vom bestehenden Kerngebiet entfernt liegt. Es besteht also die Möglichkeit, dass ein zweiter Seuchenherd entstanden ist.

Jäger erschießt Jäger

Die beiden Männer waren Ende März gegen 19 Uhr zeitgleich aber unabhängig voneinander in einem Revier bei Nienburg (Niedersachsen) unterwegs. Dazu waren beide Jäger offenbar berechtigt.

Das 43-jährige Opfer soll in Tarnkleidung zu einem Nutria-Bau gepirscht sein. Der 63-jährige Schütze war wohl auf dem Ansitz und soll den anderen Jäger in der Dämmerung für ein Nutria gehalten haben, als er aus etwa 100 Metern einen Schuss aus seiner Bockbüchsflinte abgab.

Der 43-jährige Mann war sofort tot.

Wildunfälle intelligent verhindern

Statt Schildern oder Reflektoren sollen künftig Warnlichter die Autofahrer auf Wildtiere aufmerksam machen. Das Projekt wird von Tierschutz, Verkehrssicherheit und Jägerschaft betrieben.

Blinklichter zeigen Wild an
Bei dem neuen System blinken die Warngeräte, wenn sich Wildtiere im Umkreis von 25 Metern befinden. Die Autofahrer können dann reagieren, indem sie die Geschwindigkeit reduzieren und bremsbereit bleiben.

Keine Sauen in Dänemark

In Dänemark soll es nur noch rund 10 Wildschweine in freier Wildbahn geben. Der Bestand lag 2018 noch bei etwa 150 Sauen, wurde aber durch intensive Bejagung und den Wildschutz-Zaun entlang der deutschen Grenze stark reduziert.

Der massive Wildzaun wurde gebaut, um die Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. Dadurch wechselte auch kein Schwarzwild aus Schleswig-Holstein mehr über die Grenze ein.

ASP: Kritik am Krisenmanagement Felix Höltmann Do., 24.09.2020 - 10:01

Verstörende Anblicke
Offenbar kommen die Behörden in Brandenburg bei der Kadaversuche nur langsam voran. In verschiedenen Medien kursieren Meldungen über unklare Zuständigkeiten und tagelang nicht abtransportierte Kadaver in der Nähe von Siedlungen.

In einem besonders verstörenden Video finden Reporter der Oderwelle unweit einer Siedlung verendende, massiv von Fliegen und Maden befallene Sauen.

ASP: Für den Ernstfall gerüstet

Mit der dynamischen Ausbreitung der ASP in Brandenburg steigt auch die Gefahr eines Seuchenausbruchs im Westen des Landes. Doch wenn heute irgendwo in Nordrhein-Westfalen ein mit der ASP infiziertes Stück Schwarzwild gefunden würde, griffen in Abstimmung mit den Kreis­veterinär-Ämtern umfangreiche Einsatzpläne zur Seuchenbekämpfung. Dann schlüge die Stunde der Wildtierseuchen-Vorsorge-Gesellschaft (WSVG).

Schon 32 ASP-Fälle in Brandenburg

Mittlerweile gibt es 32 bestätigte ASP-Fälle im Osten Brandenburgs. Das teilte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner über twitter mit.

Im Landkreis Spree-Neiße im östlichen Brandenburg wurde das Virus am 10. September bei einem verendet aufgefundenen Wildschwein festgestellt. Der Fundort befindet sich beim Ort Sembten (Gemeinde Schenkendöbern), der zwischen Frankfurt (Oder) und Cottbus liegt.

Tularämie in Niederbayern

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat bei einem Feldhasen, der im Bereich Ainbrach (Gemeinde Aiterhofen) gefunden wurde, die Hasenpest als Todesursache festgestellt. Das Landratsamt warnt davor, verdächtige Wildtiere zu berühren.

Bei einem kranken Feldhasen aus dem Bereich Ainbrach wurde ebenfalls der Erreger der Tularämie, also der Hasenpest, nachgewiesen. In den vergangenen Monaten wurden bereits mehrere Fälle von Hasenpest in der Region festgestellt.