Vergleichstest: Selbstladebüchsen

Selbstladebüchsen bzw. halbautomatische Repetierer führen unter Jägern immer noch zu Diskussionen – für die einen sind sie „nicht waidgerecht“, andere nutzen ihre unbestreitbaren Vorteile, vor allem bei Drückjagden.

Die Kritiker-Fraktion meint, dass die mögliche schnelle Schussfolge zu übereilten Nachschüssen verführt, während Befürworter gerade diese schnelle Schussfolge als besonders waidgerecht einstufen, weil bei krankem Wild ein sofortiger zweiter oder dritter Schuss möglich ist.

Test: RWS Short Barrel

Die Läufe der ersten Jagdwaffen für moderne Nitropatronen waren über 70 cm lang. Mit der Zeit nahm die Lauflänge ab, weil Jäger leichtere, hand­lichere Büchsen bevorzugen – bei Magnums auf 65 und bei Standardkalibern auf 60 cm. Heute sind 56 – 58 cm (Standard) und 60/61 cm (Magnum) üblich.

Als Schalldämpfer endlich gesetzlich zugelassen wurden, war vielen Jägern auch das noch zu lang, da „Flüstertüten“ die Gesamtwaffenlänge deutlich vergrößern – und Läufe bis 45 cm kamen in Mode.

Test: BBF Heym 26

Heyms 26 BBF ist nur 101 cm lang und wiegt ohne Zieloptik 2.650 g. Damit ist sie extrem führig – ideal für Pirsch und enge Kanzeln. Das Laufbündel misst nur 58 cm und die Basküle wird aus Aluminium gefertigt, das spart natürlich Gewicht.

Dazu ist der Kasten sehr zierlich – die Basküle ist ganze 9,7 cm lang und 3,4 cm breit. Die CNC-Fertigung ist offensichtlich, aber nur so lassen sich bis heute bezahlbare Waffen bauen – zumindest made in Germany.

Test: Sako 85 Carbonlight

Die 85 Carbonlight gibt es in vier Systemgrößen, die Kaliberpalette umfasst Kurzpatronen wie .223 Rem., die meisten Standardkaliber (.308 Win., .30-06, 8x57 IS, 9,3x62), und sie reicht bis zu Magnums (7 mm RM, .300 WM).

Insgesamt sind 15 verschiedene Kaliber im Angebot. Die Lauflängen schwanken von 51,5 bis 62 cm. Die Jagdpraxis-Testwaffe in .300 WM (Systemgröße L) hatte einen 62er-Lauf, der mit Mündungsbremse noch 6 cm länger wird.

Test: Kipplaufbüchse Prinz No. 1

Kipplaufbüchsen sind geradezu der  Inbegriff führiger und eleganter Jagdwaffen. Wer so etwas führt, demonstriert damit eine jagdliche Einstellung, bei der Feuerkraft und rückstoß­starke Magnumkaliber keine Rolle spielen.

Leichte Einschüssige sind bevorzugte Waffen besonnener Jäger, denen es nicht aufs Streckemachen ankommt, sondern die ihr Wild mit präzisem Kugelschuss er­legen – und in heiklen Situationen auch mal den Finger gerade lassen.

Test: Zoli Pernice Round Body

Die Z-Gun-Baureihe wird mit einem hohen Anteil Handarbeit gefertigt, bei der Pernice wurde das noch ausgebaut. Nimmt man sie in die Hand, wird sofort die perfekte Balance spürbar – das Gewicht der schlanken 20er ist optimal zwischen den Händen verteilt.

Die an den Seiten gerundete Basküle wird aus einem geschmiedeten, legierten Stahl-Monoblock aus dem Vollen gearbeitet. Die maschinell vorgearbeitete Gravur auf dem schlanken Kasten (41 mm breit/ 58 mm hoch) wird komplett von Hand gefertigt.

Test: Mercury 870 Varmint Compact

Gebaut wird der Repetierer bei Sabatti in Italien und heißt dort Rover. Frankonia vermarktet unter dem Namen Mercury mittlerweile eine umfangreiche Palette mit Holz- und Kunst­stoffschäften in unterschiedlichen Lauf- und Magazinausführungen. Hatten frühere Modelle lediglich einen klappbaren Magazindeckel, finden sich jetzt vermehrt Ausführungen mit dem deutlich praktischeren Einsteckmagazin.

Test: CZ Brno Express

CZ baut Waffen seit 1918, jagdliche Kipplaufwaffen aus Tschechien haben in Deutschland eine lange Tradition und den Ruf, unverwüstlich zu sein. Sie galten aber auch als rustikal und schwergewichtig.

Die neuen CZ-Modelle sind allerdings moderner und leichter – man sieht ihnen die Fertigung auf CNC-Maschinen an. Die neue Express Bockdoppelbüchse basiert auf der 2017 vorgestellten Bockbüchsflinte Combo – eine logische Erweiterung dieser Baukastenwaffe. Mit einem Bergstutzen ist wohl auch bald zu rechnen.

Test: Haenel Jäger 10 Supervarmint

Haenels Jäger 10-Familie gilt als Alternative zu preiswerten US-Repetiereren. Abgestimmt auf den Geschmack deutscher Jäger wurde die Modellpalette stetig ausgebaut, derzeit stehen 11 Versionen zur Verfügung.

Der neuen Supervarmint hat man einen Schaft des Spezialisten GRS (Grodas Rifle Stocks) spendiert. Die Norweger fertigen anatomisch-innovative Schäfte aus Schichtholz, Kunststoff oder Alu mit verstellbarer Länge und Rücken. Bei manchen Modellen ist auch eine individuelle Einstellung der Kappe möglich.