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Muntjak auf Eiderstedt erlegt

Mo., 03.08.2020 - 14:40
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Ende Juli wurde in Nordfriesland (Schleswig-Holstein) ein Muntjak gestreckt. Der Abschuss erfolgte auf Anordnung des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume. Weil es sich bei den Zwerghirschen um eine invasive Art handelt, sollen sie beseitigt werden, bevor sie heimisch werden.

Das Muntjak wurde in den tagen zuvor mehrfach von Spaziergängern und Anwohnern in Tating auf der Halbinsel Eiderstedt beobachtet. Diese informierten örtliche Jäger über ein „merkwürdiges Tier, eine Mischung aus Hase oder Hund und Reh“. Eine Anwohnerin konnte ein Foto dazu senden, das eindeutig ein Muntjak zeigte.

Binnen zwei Tagen nach Meldung an die Behörden erging dann vom Land Schleswig-Holstein die Anordnung der Entnahme. Darin steht unter anderem: „Diese Maßnahme ist mit dem Ziel der Bestandserschöpfung durchzuführen.“

In Schleswig-Holstein versuchen Jäger, in die freie Wildbahn entwichene Muntjaks zu erlegen (Foto: Bodo Scheffels).
In Schleswig-Holstein versuchen Jäger, in die freie Wildbahn entwichene Muntjaks zu erlegen (Foto: Bodo Scheffels).

 

Der Kreis Nordfriesland erteilte auch eine Genehmigung für den Abschuss in befriedeten Bezirken. Denn das Muntjak war immer wieder auch in Hausgärten am Ortsrand gesehen worden.

Muntjaks werden vor allem in Zoos oder Tierparks gehalten, selten auch von privaten Besitzern. In England entkamen die Zwerghirsche Anfang des 20. Jahrhunderts in die freie Wildbahn. Dort wird der Bestand auf mittlerweile rund 50.000 Tiere geschätzt, die heimisches Wild verdrängen und Schäden an land- und fortwirtschaftlichen Flächen anrichten. Seit Ende März sind beim Land Schleswig-Holstein verschiedene Meldungen von Muntjaks in freier Natur eingegangen.

Der Bewegungsradius des Muntjaks wird anhand der Sichtungen binnen einer Woche auf rund fünfzig Hektar geschätzt. Es hielt sich vor allem in den Abendstunden auf freien Flächen auf, tagsüber wurde es beim Überqueren der Wege in den wenigen Waldbeständen gesehen. Es zeigte sich nicht vertraut und sprang in dichtes Unterholz ab, wenn Spaziergänger näher kamen.

Nachdem zunächst einige Male vergeblich versucht wurde, das Muntjak nach Sichtungen zu lokalisieren und zu erlegen, kam es dann am 31. Juli 2020 in den Abendstunden zur Strecke. Das wahrscheinlich noch junge, männliche Tier wog 14 Kilogramm, weist die typischen Fangzähne im Oberkiefer, eine weiße Wedelunterseite und ein kurzes, unverecktes Geweih auf.

Die typischen Fangzähne des Muntjaks (Foto: Bodo Scheffels).
Die typischen Fangzähne des Muntjaks (Foto: Bodo Scheffels).

 

Derzeit wird davon ausgegangen, dass es sich um ein einzelnes Tier handelte. Seine Herkunft ist unbekannt, zuvor gab es eine Sichtung weiter nordöstlich auf Eiderstedt.