DAS Thema

Rehwild: Frühe Jagd mit Maß, mehr Ruhe im Januar

Wer Jagdzeiten vernünftig regeln will, muss beim Wild anfangen. Gerade das Rehwild folgt im Jahreslauf einem klaren biologischen Rhythmus. Mit zunehmender Tageslänge im Frühjahr steigt die Aktivität, das Äsungsangebot wird hochwertiger, und viele Stücke verlagern ihre Raumnutzung in Übergangsbereiche, an Waldsäume und auf attraktive Äsungsflächen. Böcke beginnen, ihre Einstände zu markieren und zu kontrollieren. Das macht das Rehwild im Frühjahr lesbarer und die Bejagung zielgerichteter.

Verantwortung und Selbstkritik: die Jagd als Spiegelbild

Wer jagt, greift bewusst in den Kreislauf der Natur ein. Wir nehmen Leben, um Leben zu erhalten: Wildbestände zu regulieren, Lebensräume zu pflegen, Wildschäden und Seuchen zu verhindern, Verkehrsunfälle zu reduzieren, hochwertiges Fleisch zu gewinnen. Jagd ist Naturschutzaufgabe, Kulturgut und gelebte Verantwortung. All das sind gute, richtige und wichtige Gründe. 

Raubwildjagd: Wer den Fuchs schont, verrät den Kiebitz

Während viele noch an Winterruhe denken, stellt sich für Kiebitz, Brachvogel, Rebhuhn, Fasan und Feldhase bereits jetzt die Weiche für den kommenden Frühling: Der spätere Bruterfolg wird ganz wesentlich davon beeinflusst, wie hoch der Prädationsdruck durch Fuchs, Waschbär und Marder sein wird. Die Raubwildbejagung im Februar ist deshalb kein Selbstzweck, sondern ein zentrales Instrument zeitgemäßer Hege. Zunächst ein Blick auf die wichtigsten Arten – und zur Auffrischung in dessen Lebensweisen.

Kommentar: Geht's noch?!

Dieser Eklat ist der vorerst traurige Höhepunkt einer Volksverdummung, die eine staatliche Behörde mit der betroffenen Landbevölkerung am Nordrand des Ruhrgebietes betreibt.

Getrieben von einer Wolfsstreichler-Mentalität maßen sich eine lupophile Behörde und von ihr beauftragte Berater Kompetenzen an, die man dieser Tage eher in Belarus oder Nordkorea verortet hätte.

Mitwirkungsrechte, unabhänge Zeugen und Presse­freiheit sind in unserer Demokratie ein hohes Gut. Diese Bürgerrechte werden die Betroffenen vor Ort auch weiter mit allen Mitteln verteidigen.

Kommentar: Erst retten, dann töten?

Im Frühjahr haben überall Jäger versucht, frisch gesetzte Kitze, Junghasen und Fasanengelege vor dem Ausmähen zu retten. Mit Lautsprechern, Wildwarnern, Drohnen, Wärmebildkameras, ungezählten Hunden und Helfern – und vor allem mit unendlich großem Einsatz. Herzblut könnte man auch sagen.

In der Regel sind die Reaktionen auf solche Bemühungen grundweg positiv, das Glück in den Gesichtern der Retter und die unfassbar niedlichen Jungtiere lassen gar keinen anderen Reflex zu: „Gut, dass Ihr Euch darum kümmert und diesen Tieren das Leben rettet !“

Kommentar: Kitze jetzt erlegen

In diesen Spätsommerwochen bietet sich Jägern oft der Anblick von Ricken mit ihren Kitzen. Die noch jungen Kitze verlieren gerade ihr Kindheits­fell, wirken schwach - und niedlich. Diese Bremse in unseren Köpfen ist hochwirksam ... und fatal zugleich.

Jedes Reh, was wir JETZT zum Aufgang des Weiblichen, nicht konsequent erlegen (warum auch immer), bleibt ja auf der To-do-Liste. Und diese Liste wird immer länger, bis die Aufforstungen aus dem Äser sind.

Gedanken eines Schweißhundführers

Mit dem Einzug der Nachtsichttechnik wird derzeit ein Teil der Jagdausübung – der nächtliche Ansitz – sehr stark beeinflusst. Oft werde ich in den letzten Monaten gefragt, wie dazu meine Position sei.

Als der Jagdpraxis-Chefredakteur Matthias Kruse wissen wollte, ob ich Erfahrungen und Einschätzungen beitragen könne, ging er sicher davon aus, dass ein Schweißhundführer eine eher kritische Haltung einnehmen werde.