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Keine ASP bei Potsdam

Di., 12.01.2021 - 14:37
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Der Verdacht der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei einem Kadaverfund in Potsdam-Groß Glienicke wurde durch das Nationale Referenzlabor nicht bestätigt. Die Politik zeigt sich erleichtert. Der Landesjagdverband hingegen kritisiert das Krisenmanagement des Landes.

Durch umfangreiche, zusätzliche Untersuchungen des übersandten Schwarzwildkadavers konnte die Afrikanische Schweinepest durch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) ausgeschlossen werden. 

Zuerst hatte das Landeslabor Berlin-Brandenburg einen positiven Befund festgestellte und damit die Region um Berlin in helle Aufregung versetzt. Erst die zweite Beprobung am FLI gab Entwarnung.

Verbraucherstaatssekretärin Anna Heyer-Stuffer, Leiterin des ASP Krisenstabs: „Ich bin sehr froh und erleichtert über dieses Ergebnis! Ich danke dem Tierseuchenbekämpfungsdienst des Landes Brandenburg für das schnelle und professionelle Handeln."

Kritik des Landesjagdverbandes

LJV-Präsident Dr. Dirk-Henner Wellershoff sagt: „Der aktuelle und zum Glück nicht bestätigte Fall in Potsdam muss als Weckruf gesehen werden. Er zeigt die allgegenwärtige Gefahr einer Verschleppung des Virus, auch über weitere Distanzen hinweg.“

Keine Kadadeversuche

Er bemängelt, dass die Maßnahmen vor Ort unverändert schleppend liefen. "Es findet keine intensive Kadaversuche in den betroffenen Kerngebieten statt. Schilfgebiete und dichte Hecken, die den Wildschweinen in der vegetationsarmen Zeit als Einstand dienen, werden ausgelassen."

Die Befliegung mit Drohnen und Wärmebildkameras sei nicht zielführend, da so selbst unter guten Bedingungen ausschließlich lebende Tiere entdeckt werden könnten.

Zulassung für Suchengespanne fehlt

Der Einsatz von speziell ausgebildeten Suchhunden würde die Suche erleichtern und verlässliche Ergebnisse liefern, so Wellershoff. Bisher wurden sieben Gespanne ausgebildet und in einer abschließenden Prüfung auf ihre Tauglichkeit überprüft.

Anfang Dezember wurde der LJV Brandenburg vom Land Brandenburg mit der Ausbildung von Suchhundegespannen beauftragt. Seitdem stehen 20 Hundegespanne in den Startlöchern, die aufgrund von fehlenden Zulassungen seitens des Ministeriums ihre Ausbildung nicht aufnehmen können.

Keine standartisierte Untersuchung der Kadaver

Die Beprobung und anschließende Laboruntersuchung jedes erlegten Stück Schwarzwildes müsse zudem landesweit wieder aufgenommen werden, um mögliche Ausbrüche an anderen Orten schnellstmöglich zu erkennen. Bereits am 14. Dezember 2020 sei aber das Probenmaterial dafür ausgegangen.