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Test: BMW X3 xDrive 20i

Di., 30.04.2019 - 10:39
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Den X3 verkaufte BMW in den letzten 14 Jahren mehr als 1,5 Mio. mal. Damals war man unter Premiumherstellern dieser SUV-Klasse Vorreiter, heute ist die Konkurrenz enorm. Andreas Graf Praschma hat die dritte Generation getestet.

So riesig das BMW-Markenzeichen, die Doppelniere in der Frontpartie, auch sein mag, auffällig ist der Bayer nicht – schlichte Eleganz, gepaart mit kraftvollem Auftritt prägen den X3, der im RWJ-Test als xDrive20i zur Verfügung stand.

1,5 Mio. Zulassungen konnten die beiden ersten Generationen verbuchen, an diese Erfolge soll das neue Modell anknüpfen. BMW spricht von einem SAV (Sport Activity Vehicle), weil der X3 dank zahlreicher technischer Weiterentwicklungen noch sportlicher wurde.

Der Fahrkomfort aber leidet keinesfalls darunter, der Antrieb (vier Zylinder, je vier Ventile) gewinnt aus zwei Litern Hubraum 184 PS. Der Grundpreis liegt bei 44.000 €, unser überkomplett ausgerüsteter Testwagen brachte es auf knapp über 66.000 €.

Insgesamt wird der X3 mit fünf Motoren angeboten, davon zwei Diesel. Die stärkste Version leistet 354 PS, unser Testwagen verfügte über den kleinsten angebotenen Motor.

BMW X3 Heckansicht
Mit einer Bodenfreiheit von über 20 cm liegt der Klassiker aus München deutlich über dem Durchschnitt seiner Klasse.

 

Trotz kleinem Motor 9,5 l Super
Doch auch der vermochte durchaus zu überzeugen: Der Sprint auf 100 km/h war in knapp acht Sekunden abgeschlossen, der Vortrieb in höhere Dimensionen ging munter und zügig weiter. Lediglich ab etwa 200 ließ die Beschleunigung etwas nach, bis das Ende der Fahnenstange bei 215 erreicht wurde.

Für deutsche Straßenverhältnisse absolut ausreichend und mehr als gut ausgerüstet, um sich jenseits der Masse der Verkehrsteilnehmer zu bewegen. Die 8-Gang-Automatik arbeitet makellos, es ist jedoch durchaus ratsam, den Gasfuß moderat einzusetzen.

Bei voller und dauerhafter Kraftentfaltung entwickeln auch 184 Pferde kräftigen Durst, den die Tanksäule auch schnell mit einem Durchschnittsverbrauch von deutlich jenseits der 10 l-Marke dokumentiert.

Auch bei zurückhaltender Fahrweise ist es nicht einfach, unter neun Liter zu kommen, sodass der Durchschnittsverbrauch im Jagdpraxis-Test bei gut 9,5 l Super lag – gegenüber vergleichbaren Dieseln etwas zu viel.

Teure Gimmicks
Der Innenraum des X3 wirkt luxuriös, die Sitze sind komfortabel und bieten auch in schnell gefahrenen Kurven reichlich Seitenhalt. Der Arbeitsplatz ist aufgeräumt und übersichtlich, alle Instrumente liegen gut im Blick.

Das Display liegt ordentlich hoch und ist gut dimensioniert, obwohl man beim ersten Anblick meint, es sei nicht ganz nach oben gezogen. Hervorragend die Übertragung von Navi und Verkehrszeichen in die Frontscheibe, wo diese Infos direkt im Blick liegen, wodurch man nicht permanent aufs Display schauen muss.

BMW X3 Innenraum
Aufgeräumt, ergonomisch und geprägt von edlen Oberflächen ist der Eindruck des X 3-Cockpits.

 

Interessant die Früherkennung von Verkehrszeichen – wird eine Geschwin­dig­­keitsbegrenzung durchfahren und ist die Aufhebung derselben noch weit entfernt, wird dies in der Scheibe bereits schemenhaft hinter dem Begrenzungszeichen angezeigt. So sehr so etwas den Fahrer entlastet, sollte man sich in jedem Fall auf seine Wahrnehmung verlassen und diesen Gimmick als Zusatzhilfe betrachten.

Kompakt-SUV für Oper und Jagdrevier
Der X3 liegt auch bei sportlich ambitio­nierter Fahrweise wie das sprichwört­liche Brett auf der Straße. Das Allrad­system passt sich der Fahrbahnbeschaffenheit an und regelt die Verteilung der Kraft auf alle Räder. Den Fahreigenschaften zugute kommt die Gewichtsverteilung von je 50 Prozent auf Vorder- und Hinterachse, womit auf Autobahn und Landstraße der Geradeauslauf selbst bei hohem Tempo überzeugt.

Mit über 20 cm Boden­freiheit hat der X3 gute Voraussetzungen auch für schweres Geläuf, hinzu kommen 50 cm Wattiefe. Sein Grundvolumen von 550 l Gepäckraum bietet genügend Platz, um Koffer und Ausrüstung auch in entfernt liegende Jagdgründe zu transportieren.

BMW X3 Kofferraum
In der aktuellen Version erinnert die Größe des X 3 an den Ur-X 5 – auch im Kofferraum.

 

Ob die Vielzahl von Zusatz­ausrüstung im Gesamtwert von über 20.000 € wirklich nötig ist, mag jeder selbst entscheiden – für den Endpreis des Testwagens bekommt man schon das Spitzenmodell in Serienausstattung. 190 € für Lenkradheizung erscheinen für die kalte Jahreszeit durchaus sinnvoll.

Die Vielzahl von Assistenzsystemen ist aber nicht jedermanns Sache. So ist es eher lästig, wenn der Spurhalteassistent beim Überholen auf der Autobahn und Überqueren der gestrichelten Mittel­linie das Lenkrad nach rechts wegdrehen möchte. Zum Glück lässt sich das abstellen. Dem hervorragenden Gesamt­eindruck des Bayern tut das keinen Abbruch.

Technische Daten BMW X3