Kinder tatsächlich von Wolf gebissen

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Kinder tatsächlich von Wolf gebissen

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Weder Hybrid-Wolf noch tollwütig.

Ende Juni waren ein Junge und ein Mädchen in der südostpolnischen Grenzregion zur Slowakei von einem Wolf angegriffen worden (jagdpraxis.de berichtete). Der Grauhund, der später von einem Jäger erschossen worden ist, wurde nun an der biologischen Fakultät der Universität Warschau untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass das Tier nicht an Tollwut litt. Es sei auch kein Hybrid-Wolf gewesen.

Den Wissenschaftlern seien aber seine stark abgenutzten Krallen aufgefallen. Das berichtet die Märkische Oderzeitung unter Berufung auf die Zeitung Fakt. Dies könne darauf hinweisen, dass der Wolf zuvor von einem Menschen gefangen gehalten worden war und daher keine natürliche Scheu mehr vor Menschen hatte. Er könne auch von Menschen gefüttert worden sein.

In Polen leben etwa 1400 Wölfe in freier Wildbahn leben. Der letzte Angriff eines Wolfs auf einen Menschen ist 1937 dokumentiert worden. Der Fall der gebissenen Kinder hatte in Polen hohe mediale Wellen geschlagen.

Als der Fall bekannt wurde, äußerten Umweltexperten in polnischen Medien bereits die Vermutung, dass der Wolf von Menschen aufgezogen worden sein könnte. Immer wieder nähmen Menschen in Polen und der Slowakei junge Wölfe aus dem Wald mit nach Hause. Sie würden sie dann wie Hunde aufziehen und später aussetzen. "Dass das Tier in diesem Fall keine Angst vor Menschen hatte, kann ein Anzeichen dafür sein, dass es früher zu ihnen Kontakt hatte", erklärten laut Märkischer Oderzeitung Tierschützer der Organisation "Wilk". Wilk bedeutet Wolf.

Foto: Christel Mückter / pixelio.de