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Wolf: Niedersachsen genehmigt Abschüsse

Mo., 06.04.2020 - 16:15
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In Niedersachsen sollen drei problematische Wölfe getötet werden. Dazu wurden Ausnahmegenehmigungen erteilt.

Nach wiederholten Nutztierrissen in der Region Uelzen hat das Land gemeinsam mit dem dortigen Landkreis eine Ausnahmegenehmigung vom strengen Schutz des Wolfes gemäß Bundesnaturschutzgesetz geprüft. Die Fachleute aus dem Umweltministerium sind zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Ausnahme für je einen Wolf des Rudels Eschede sowie Ebstorf erforderlich ist.

Risse geschützter Nutztiere
Hintergrund der Maßnahme ist, dass beide Rudel mehrfach an Rissen von ausreichend geschützten Nutztieren beteiligt waren. Der aktuellste Fall ereignete sich unmittelbar nach Erteilung der Genehmigung: Am Samstag, den 4. April, sind erneut fünf Schafe einem mutmaßlichen Wolfsangriff zum Opfer gefallen.

Rüde und Fähe
Konkret konnten für das Rudel Ebstorf der Rüde GW1027m und für das Rudel Eschede die Fähe GW242f nachgewiesen werden. Um Wölfe vom potentiellen Entnahmeort nicht durch Aktivitäten und fremde Gerüche zu verscheuchen, wurden für eine begrenzte Zeit zunächst Kadaver am Rissort liegen gelassen.

Die Genehmigung gilt bis zum 30. Juni 2020, wobei im Fall der Fähe aus dem Escheder Rudel der Vollzug vom 15. April 2020 bis 15. Mai 2020 aus Tierschutzgründen ausgesetzt wird, damit die Versorgung eventuell in diesem Frühjahr geborener Welpen sichergestellt ist. Für den Rüden des Ebstorfer Rudels gilt diese Pause nicht.

Dritte Ausnahmegenehmigung
Derzeit existiert in Niedersachsen eine weitere gültige Ausnahmegenehmigung für einen Wolf. Sie bezieht sich auf die Fähe GW965f im Territorium Herzlake (Bereich Löningen) und gilt zunächst bis zum 15. April 2020.

Auch hier sind für die Abschussgenehmigung mehrfache Nutztierrisse bei Überwindung ausreichenden Herdenschutzes ursächlich. Ob diese Genehmigung erneuert wird, wird rechtzeitig neu bewertet.

Umweltminister Olaf Lies (SPD) erklärte, dass das Land Niedersachsen die Schäfer nach Kräften unterstütze. Wölfe sollten ihren Platz in Niedersachsen haben. Doch die Akzeptanz in der Bevölkerung müssen gewahrt bleiben. Die Weidetierhalter würden unterstützt.

Jäger beteiligen sich
In beiden Fällen unterstützen Jagdausübungsberechtigte nach Auskunft des Umweltministeriums die Durchführung der Maßnahme.

In Niedersachsen gibt es derzeit 26 bestätigte Wolfsrudel, fünf Wolfspaare und einen residenten Einzelwolf. Insgesamt dürften sich in Niedersachsen deutlich über 200 Wölfe aufhalten. Ihre Zahl steigt jährlich um circa 30 Prozent. Diese Entwicklung der Wolfszahlen lässt es zu, dass besonders problematische Individuen der Natur entnommen werden, ohne dass die Entwicklung hin zum günstigen Erhaltungszustand in Deutschland beeinträchtigt wird.