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Nutria: Rekordstrecke in Niedersachsen

Mo., 28.10.2019 - 15:37
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Jäger erlegen 32.357 Neozoen im Jagdjahr 2018/19. Das geht aus dem Landesjagdbericht hervor.

Für das Frühjahr 2018 meldeten 3.116 niedersächsische Reviere (40,5 %) ein Nutria-Vorkommen. Dagegen wurden im Jahr 2006 nur in 536 Revieren (7 %) Nutrias bestätigt. Die
Ausbreitung im Norddeutschen Tiefland schreitet also weiter fort.

Besonders deutlich wird die massive Zunahme der Nutria in Niedersachsen durch den starken Anstieg der Jagdstrecke von 10.387 im Jagdjahr 2015/16 auf jetzt 32.357 im Jagdjahr 2018 / 19. Die Fallwildzahl ist im letzten Jahr mit knapp 413 wie in den Vorjahren relativ gering.

Jagdstrecke Nutria Niedersachsen 2018/19
Vor allem im Westen und Osten des Landes breiten sich die Nutria stark aus.

 

Die Landkreise Emsland (7.092), Cloppenburg (3.322) und Osnabrück (2.794) im westlichen Niedersachsen erzielten die höchsten Jagdstrecken.

Im östlichen Niedersachsen waren es die Landkreise Gifhorn (2.292), Lüchow-Dannenberg (1.208) und Celle (1.116). Die Jagdstrecken in diesen Landkreisen nahmen gegenüber dem Vorjahr noch einmal deutlich zu.

Nutria sind problematisch, weil sie durch ihre Höhlen die Deiche untergraben und damit schwer beschädigen können. Außerdem gehen sie in landwirtschaftlichen Kulturen zu schaden.

Als Reaktion auf die stetige Ausbreitungs- und Vermehrungstendenz hat das niedersächsische Landwirtschaftsministerium zunächst die ganzjährige Bejagung der Nutria per Verordnung ermöglicht. In der Folge wurde in einem Runderlass die Bejagung auch in Schutzgebieten ermöglicht und das bestehende allgemeine Fütterungsverbot hervorgehoben.

Zusätzlich hat das Land Niedersachsen drei Nutriajäger eingestellt. Geeignete Bisamfänger erhalten einen Zuschuss für den Lehrgang als Vorbereitung auf die Jägerprüfung, damit diese mit Zustimmung des Jagdausübungsberechtigten aufgrund ihrer hohen Flächenpräsenz auch erfolgreich die Nutria parallel zur Bisambekämpfung mitbejagen dürfen.

Ein namhafter Betrag steht für die Beschaffung von Fallen einschließlich des dazugehörigen Fallenmelders zur Verfügung. Diese recht umfassenden Änderungen verdeutlichen die enorme Bedeutung, die das Land Niedersachsen der Reduktion dieser Tierart beimisst.