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Antonio Zoli GC Expert

Mi., 28.08.2019 - 10:37
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Bockflinten des italienischen Herstellers Antonio Zoli genießen einen guten Ruf, denn sie sind bei guter Verarbeitung und modernster Technik nicht zu teuer.

Das ausgesuchte Modell GC Expert kostet 1.899 €.

GC steht für Game und Competition, also ein Modell, das für Jagd und Wettkampf geeignet sein soll. Anders ausgedrückt – eine Parcoursflinte. Die äußere Aufmachung ist eher schlicht, die gut polierte Stahlbasküle ist schwarz brüniert und verleiht der Flinte einen etwas düsteren Eindruck. Sicher aber optisch besser als eine schlecht gemachte Jagdgravur.

Antonio Zoli GC Expert
Antonio Zoli GC Expert in 12/76

 

Auch bei der GC Expert findet sich der bewährte Flankenverschluss – wie bei den meisten Zoli-Modellen. Das Laufbündel liegt sehr tief im Kasten und die Abkippkräfte sind dementsprechend gering. Die bei geschlossener Waffe aus dem Basküle vortretenden Verriegelungsnasen legen sich über die am Monoblock angefrästen Lappen und verriegeln das Laufbündel sicher. Der Schütze hat freien Zugriff auf die Patronenlager, denn hier stören keine Verlängerungen neben den Lagern (wie beim Kersten-Verschluss).
Bedient wird der Verschluss wie gewohnt über den Oberhebel. Das modifizierte Blitzschloss mit Schraubenfedern ist ein ausgereiftes Schlosswerk, das Zoli schon seit vielen Jahren im Flintenbau einsetzt.

Der Einabzug löste die Schlosse bei 1,5 und 1,9 kg aus – trocken und ohne spürbaren Vorweg. Das Abzugszüngel ist angenehm breit. Die Umschaltung erfolgt nicht durch den Rückstoß, sondern mechanisch. Die Umstellung für den Einabzug ist im Sicherungsschieber integriert – als kleiner Querschieber in der eigentlichen Sicherung.

Die Zoli hat 71-cm-Läufe, ihre Patronenlager sind für die 76er-Hülsenlänge eingerichtet. Die Oberfläche der 10 mm breiten Visierschiene ist fein guillochiert und die Schiene ist ventiliert, als Zielhilfe dient ein rotes 3-mm-Leuchtkorn. Die Läufe sind wie üblich mit Reifen und Stegen zusammengelegt und werden in den Monoblock eingeschoben. Die Zoli wird mit Wechselchokes geliefert, zum Lieferumfang gehören fünf Chokeeinsätze mit Zylinder-, ¼-, ½-, ¾- und Vollchoke. Der Wechsel ist mit dem beiliegenden Schlüssel kein Problem. Die Einsätze sind auf der oberen Stirnseite markiert.

Zoli liefert fünf Wechselchokes mit.
Zoli liefert fünf Wechselchokes mit.

 

Die Flinte hat einen Stahlschrotbeschuss. Das Laufbündel ist gut poliert und tiefschwarz brüniert. Mit 3 402 g war die Zoli die schwerste Flinte im Testfeld. Die GC Expert besitzt einen Schraubenfederejektor – also kein komplettes Ejektorschloss im Vorderschaft, das auslöst und auf den Patronenauszieher wirkt, sondern die Patronenauswerfer selbst stehen bei gespannter Waffe ständig unter Federdruck. Die Schraubenfedern sind hinter den Auswerfern links und rechts am Laufbündel angeordnet. Wird die Waffe abgefeuert, werden sie freigegeben, wenn das Laufbündel beim Abkippen einen bestimmten Punkt erreicht hat, dann beschleunigen die Federn den jeweiligen Patronenauszieher nach hinten.

Der Hinterschaft mit Pistolengriff und ohne Backe besteht aus sehr gut gemasertem Nussbaumholz, er ist sorgfältig geschliffen und geölt. Am Pistolengriff ist eine griffige, scharfe Fischhaut angebracht. Abgeschlossen wird der Schaft durch eine glatte Gummikappe. Der handfüllende Vorderschaft wird mittels Patentschnäpper befestigt und trägt ebenfalls eine gut geschnittene Fischhaut.

Die Flinte hat zwar einen Riemenbügel am Lauf, aber nicht am Hinterschaft. Der liegt bei und kann bei Bedarf angebracht werden. Das wird Schützen gerecht, die Flinten lieber ohne Riemen führen. Modernste Technik und Komplettausstattung verbindet Zoli zwar mit schlichter Aufmachung, aber dafür ist der Preis auch angemessen – für 1.899 € ein Allrounder für Schießstand und Revier.

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