Waffen bei Polizei verschwunden

Lesezeit
1 minute
Bisher gelesen

Waffen bei Polizei verschwunden

Erstellt in
Kommentare

In Brandenburg gab es bei der Waffenbaufbewahrung erhebliche Misstände.

Einem Bericht des Tagesspiegels und der Potsdamer Neuesten Nachrichten zufolge, sind bei der Polizei in Brandenburg zahlreiche Schusswaffen verschwunden.

Was war geschehen?

2013 seien bei Stichproben massive Lücken in den Waffenbeständen des Zentraldienstes der Polizei (ZDPol) aufgefallen. Der ZDPol verwahrt und vernichtet beschlagnahmte Waffen für die Polizei. Daraufhin habe es eine große interne Untersuchung gegeben. Dabei habe sich das ganze Ausmaß gezeigt.

Für 1.550 Waffen, darunter Messer und Schreckschusspistolen, war in Akten und Datenbanken kein Verbleib vermerkt. Darunter befanden sich 219 erlaubnispflichtige Waffen. Es müssen chaotische Zustände gewesen sein. Schusswaffen wurden zum Teil als Spielzeug deklariert, Dokumente waren zerrissen oder unauffindbar. Es hat offenbar kein einheitliches Dokumentationssystem gegeben.

Nachträglich konnten die meisten Waffen aber dokumentiert und Lücken in Datenbanken geschlossen werden.

Wie konnte das passieren?

Wegen einer Amnestie konnten Bürger zu dieser Zeit illegale Waffen abgeben, ohne eine Strafe fürchten zu müssen. Das nutzten viele Menschen, die etwa Jagdwaffen geerbt hatten. Dadurch stieg die Arbeitsbelastung in der Behörde stark an, was zu den unhaltbaren Zuständen führte. Der interne Bericht spricht auch von "emotionaler Gleichgültigkeit" der Mitarbeiter.

Politik relativiert den Vorfall

Laut Rundfunk Berlin-Brandenburg erklärte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) im Innenausschuss, dass die Misstände aufgearbeitet worden seien. Dabei konnte der Verbleib fast aller Waffen nachträglich geklärt werden. Allein bei vier Schusswaffen, war das im Nachhinein nicht mehr möglich. Dabei handelte es sich um eine Vogelflinte, einen Revolver, ein Kleinkalibergewehr und eine Kleinkaliberpistole. Es sei aber mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Waffen vernichtet wurden.

Foto: Timo Klostermeier / pixelio.de