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Jagd mit allen Tricks

Di., 19.03.2019 - 15:55
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Im Falle der Wolfsmischlinge des Ohrdrufer Rudels läuft die Zeit ab. Ein Jungwolf könnte seine Mutter decken und weitere Mischlinge zeugen. Jetzt ziehen die Behörden alle Register.

Die Wolfsmischlinge auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf bei Gotha (Thüringen) entwicklen sich zu einer tickenden Zeitbombe für die Wolfspopulation. Denn sollten sich die Mischlinge weiter vermehren und mit anderen Wölfen paaren, würde die genetische Reinheit der Wölfe in Deutschland immer weiter abnehmen.

Die Hybridisierung der Wolfspopulation soll aber unbedingt verhindert werden. Daher hat das Thüringer Umweltministerium die Jagd auf die verbliebenen Wolfsmischlinge rund um den Truppenübungsplatz Ohrdruf ausgeweitet.

Rehkeulen hängen in den Bäumen
Die Tiere sollen nun mit in Bäumen aufgehängten Schafskadavern oder Rehkeulen angelockt und dann von beauftragten Experten getötet werden. Damit das gelingt, wurden Teile mehrerer Jagdreviere am Rande des Truppenübungsplatzes Ohrdruf für die jeweiligen Pächter gesperrt. Das berichtet die Thüringer Landeszeitung unter Berufung auf den Landesjagdverband.

Die Jagdpächter dürften ihre Hochsitze vorerst nicht mehr betreten. Diese müssten sie den vom Umweltministerium beauftragten Experten überlassen. Viele Jäger empfänden das als kalte Enteignung.

Hybridisierung verhindern
Das Ministerium will den verbliebenen Hybriden-Rüden bis Ende März töten lassen, damit er sich nicht mit seiner Mutter paart und die Hybridisierung fortsetzt. Es besteht außerdem die Gefahr, dass er eine seiner möglicherweise noch lebenden Schwestern decken könnte - was ebenfalls eine weitere Hybridiserung zur Folge hätte.

Wölfin zeugte mit Labrador sechs Welpen
Die bis dahin einzige dauerhaft in Thüringen ansässige Wölfin wurde von einem schwarzen Labrador gedeckt. Daraus gingen 2017 mindestens sechs Hybriden hervor. Erst wurde versucht, die Mischlinge mit Fallenb zu fangen, was unter anderen an Sabotage von Tierschützern scheiterte, die die Fallen regelmäßig auslösten.

Im Jahr 2018 gelang es, drei der Hybriden mit der Kugel zu töten. Die dafür ausgestellte Sondergenehmigungist mittlerweile bis Ende 2019 verlängert worden. Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) würde in mehr als 100 Fällen angezeigt, ebenso wie Mitarbeiter von Landesbehörden und der Schützen, dessen Identität bis heute geheim gehalten wird.

Die Jagd auf die Hybriden wird mit dem Artenschutz begründet, da keine Hundegene in die Wolfspopulation eingetragen werden sollen. Das berichtet der MDR.

Foto: pixabay.com