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Test: Halder Nachrüst-Riemenbügel

Fr., 07.06.2019 - 11:47
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Halder bietet abnehmbare Riemenbügel-Sets zum Nachrüsten der eigenen Waffe. Norbert Klups hat für den Jagdpraxis-Test einen Steel Action-Repetierer damit ausgestattet.

Besonders das Besteigen einer Ansitz­einrichtung geht ohne gescheiten Gewehrriemen kaum, auf dem Schießstand, bei der Drückjagd oder beim Nachtansitz stören Riemen aber – schnell bleibt man hängen und die Gelegenheit ist verpasst.

Systeme, mit denen sich Riemen schnell von der Waffe trennen lassen, gibts viele – meist wird der Riemenbügel entfernt und in die verbleibende Basis ein Schnellwechselsystem gehängt.

Geht zwar wesentlich schneller, als die Riemenschnallen zu entfernen, aber dabei muss immer ein Bolzen durch die Öse der Basis gefummelt werden, was oft schon allein am unterschied­lichen Durchmesser von Öse und neuem Bügel scheitert. Dieses Problem beseitigt der Halder-Schnellverschluss Push & Go.

Verriegelung über Stahlkugeln
Halder ist ein deutsches Familien unter­nehmen, seine Verschlüsse finden sich etwa auch an Sauer-Waffen. Die Schnellverschlüsse funktionieren nach  Kugelsperrbolzentechnik: Die Verschluss-Stücke am Riemenbügel verfügen über rundum gefederte Stahlkugeln.

Die in den Schaft bündig eingelassenen Aufnahmebuchsen sind die Gegenstücke zu den Riemen­bügeln und verfügen über entsprechende Lager für diese Kugeln.

Zum Lösen muss man lediglich den Knopf des Bolzens drücken: Die Kugeln arretieren beim Loslassen selbsttätig und werden durch Druck auf den Knopf entriegelt – funktioniert klapperfrei und geräuschlos.

Sämtliche Einzelteile, auch die Feder im Inneren sind aus rostfreiem Stahl, die schwarzen Varianten sind zudem noch verchromt. Halder bietet die Schnellverschlüsse in verschiedenen Varianten – Bügel in mehreren Breiten, Aufnahmebuchsen für Holz und Kunststoff und für Bockflinten sogar eine Klemmschalenlösung, um die vordere Basis am Lauf zu befestigen.

Recht einfache Montage
Das Nachrüsten selbst ist unkomp­liziert und vom Büchsenmacher schnell erledigt, mit etwas handwerklichem Geschick lässt sich das sogar selber machen. Besonders bei Holzschäften ist es recht einfach, wenn bereits mit Schrauben eingedrehte Riemenbügel vorhanden sind – die Löcher an der richtigen Stelle müssen nur vergrößert werden.

Wir brauch­ten zum Umrüsten etwa 45 Minuten:

Schritt 1: alte Bügelbasen entfernen

Schritt 2: vorhandene Bohrung im Schaft auf Durchmesser der Aufnahmebuchse aufbohren – es gibt kleine Buchsen für schlanke Schäfte (6 mm breit) und 9,5 mm-Buchsen für Normalschäfte. (Technische Angaben wie Bohrlochdurchmesser finden sich auf der Rückseite der Verpackung.)

Schritt 3: Ist das Loch auf die nötige Größe gebracht, kommt die Buchse ins Holz, sie ist etwas übermassig, wird mit Druck eingebracht und mit Zweikom­ponenten-Kleber gesichert.

Schritt 4: Die Buchse wird eingedrückt, bis sie bündig im Schaft liegt.

Das wars schon – nach dem Aushärten des Klebers ist alles fertig

Halder Riemenbügel
Die alte Base wird herausgedreht, das Loch aufgebohrt und mit 2-Komponenten-Kleber gesichert.
Halder Riemenbügel
Die neue Aufnahmebuchse wird bündig ins Bohrloch gedrückt.
Halder Riemenbügel
Nach dem Aushärten des Klebers ist alles fertig.

 

Was kostet der Spaß?
Los gehts bei 27,95 € für ein Set aus Buchse und Riemenbügel für Holzschäfte, für Vorder- und Hinterschaft braucht man zwei davon (schmale Ausführung  + 2 €).

Will man mehrere Waffen mit einem Riemen benutzen, lassen sich Aufnahmebuchsen auch einzeln kaufen (14,90 €/ Klemmschale für Flintenläufe: 36,60 €). Überlässt man die Montage seinem Büchsenmacher, werden dafür etwa 50 bis 60 € anfallen.

Resümee
Halders Push & Go Riemenbügel sind eine praktische Sache – ein sehr nützliches Zubehör. Sie erlauben es, den Gewehrriemen auf Knopfdruck abzunehmen und ebenso leicht wieder anzubringen. Ist der Riemen ab, stehen keine störenden Metallteile über.

Die Verarbeitung ist erstklassig und das Nachrüsten sehr einfach.