Lesezeit
4 minutes
Bisher gelesen

Perfektes Doppel: Daunen-Kombi Blaser Argali

Fr, 25.01.2013 - 18:32
Kommentare

Wenn es windig und kalt wird, zeigt sich, was Jagdbekleidung wirklich taugt. Dann kommt es auf kleinste Details an, die darüber entscheiden, ob man sich
trotz Sauwetter noch wohlfühlt. Blaser verwendet bei der neuen Argali-Winterbekleidung auszippbare Innenjacken und -hosen mit Daunenfüllung. Was das uralte Naturmaterial als Wärmeisolierung kann, musste es in einem umfangreichen JP-Praxistest in diesem Winter zeigen. (Testbericht aus Jagdpraxis 1/2013)

Die Argali-Serie hat sich in den letzten Jahren einen guten Ruf als praxisgerechte Jagdbekleidung erworben. Sie steckt voller nützlicher Kleinigkeiten und praxisgerechter Ausstattungsmerkmale, die zeigen, dass echte Praktiker bei der Entwicklung mitgewirkt haben. Auch die neue Argali-Serie verfügt über eine üppige Ausstattung mit Taschen, fast alle mit Reißverschlüssen gesichert.
Die Jacke hat eine hoch angesetzte Handtasche rechts im Brustbereich und die Hose eine Messertasche am rechten Bein. Im Kragen der Jacke ist eine wasserdichte Kapuze untergebracht, die Knöpfe sind gummiert, um Geräusche zu vermeiden.
Der dunkel-olivefarbene Außenstoff (100 Prozent Polyester, Blaser nennt das Ramtex) ist winddicht, eine Teflonarmierung hält Regen ab.
Jacke und Hose sind mit einem leichten Fleecefutter ausgestattet und bringen schon ohne Innenleben eine gute Wärmeisolierung mit sich – für Ansitze im Herbst oder an milden Wintertagen ist das völlig ausreichend und bei der Pirsch optimal.
Wenn es nur mäßig kalt ist, reicht es, eine Fleece­jacke unterzuziehen. Das Material führt auch genügend Wärme nach außen ab, um bei Anstrengung den berüchtigten Saunaeffekt zu vermeiden.
Richtig universell macht die neue Argali-Bekleidung aber die einzippbare Innenjacke und -hose mit Daunen­füllung. Der Außenstoff der Innenbekleidung besteht zu 100 Prozent aus Polyamid, die Füllung aus 90 Prozent Gänsedaunen und 10 Prozent Federn.
Die Innenbekleidung ist abgesteppt und ebenfalls mit Taschen versehen, so dass sie auch separat getragen werden kann. Als wärmende Unterbekleidung lässt sie sich natürlich auch mit jeder anderen Oberbekleidung kombinieren. Dann wird sie nicht eingezippt, sondern als normale Unterbekleidung verwendet.

Abgesteppte Kammern sorgen dafür, dass die Daunen an ihrem Platz bleiben.

Federleicht und superwarm
Daunen sind wärmeisolierende Federn, die bei den meisten Vögeln unterhalb des sichtbaren Gefieders im Unterkleid wachsen. Bedingt durch ihre dreidimen­sionale Struktur können Daunen sehr viel Luft einschließen und sind Kunstfasern in puncto Wärme­isolierung überlegen. Neben der hervorragenden Isolation sind Daunen buchstäblich federleicht und verfügen über eine hohe Elastizität. Sie finden auch bei starker Beanspruchung immer wieder in ihre ursprüngliche Form zurück.
Blasers Daunenbekleidung ist so abgesteppt, dass sich die Daunen in einzelnen Kammern befinden. Dies gewährleistet, dass die Daunen auch bei der Maschinenwäsche an ihrem Platz bleiben.
Frisch gewaschene Daunenbekleidung kommt erschreckend dünn aus der Waschmaschine, trocknet man sie jedoch unter Zugabe einiger Tennisbälle bei einem sanften Trockenprogramm im Wäschetrockner, gewinnt sie schnell ihre ursprüngliche Form zurück.
Der Tragekomfort der neuen Argali-Jagdbekleidung mit eingezippter Dauneninnenjacke und -hose ist beeindruckend. Jacke und Hose passen hervorragend und lassen dem Träger genügend Bewegungsfreiheit. Hier gab es die volle Punktzahl.
Auch bei Minustemperaturen von – 8 Grad bleibt es über drei Stunden mollig warm, und die Bekleidung ist dabei herrlich leicht. Bei starkem Wind konnte man es noch gut aushalten.
Die JP-Tester gaben der Argali-Jacke wie -Hose 18 von 20 möglichen Punkten für die Wärmeisolierung. Die Bekleidung verursacht bei Minustemperaturen ganz leichte, kaum wahrnehmbare Geräusche, was mit 9 von 10 möglichen Punkten belohnt wurde. Die Bekleidung ist ausreichend geräuscharm für den Ansitz und hervorragend für die Drückjagd.
Der Oberstoff erwies sich im Brombeerverhau als ausreichend reißfest. Lediglich einige Zugfäden waren nachher zu finden. Dafür wurden bei der Jacke drei Punkte und bei der Hose entsprechend den dabei strengeren Bewertungskriterien fünf Punkte abgezogen.
Dem Wassertest hielt die Jacke rund 40 Minuten lang stand – für Jagdbekleidung ohne Membran ein guter Wert, der 6 von 10 Punkten einbrachte. Schmutz und angetrockneter Schweiß lassen sich leicht ausbürsten. Abends in der Jagdhütte lässt sich die Innenbekleidung gut als warmer Hausanzug tragen.
Als bei einer Jagdreise mal im Schlafsack unter freiem Himmel übernachtet werden musste, leistete die leichte Daunenbekleidung als wärmender Schlafanzug sehr gute Dienste.
Ohne eingezippte Dauneninnenbekleidung wurde der Anzug bei verschiedenen Bergjagden getragen und bewährte sich dabei sehr gut. Die Daunen­bekleidung wurde im Rucksack mitgeführt und erst angezogen, wenn längere Zeit beobachtet wurde – durch das geringe Gewicht eine gute Kombibekleidung bei der Bergjagd, die alles kann.
Die Atmungsaktivität wurde ohne Dauneninnen­bekleidung getestet. Das ist praxisgerecht, denn bei weiteren Märschen würde die Daunenbekleidung – wie auch bei der Bergjagd praktiziert – im Rucksack mitgeführt und erst am Ziel untergezogen.
Die Atmungsaktivität ist sehr gut, was zu erwarten war, da ja keine Membrane vorhanden ist.

Die Innenjacke wird über einen Reißverschluss eingezippt.

Jacke und Hose erzielten die volle Punktzahl.
Punktabzug gab es aber für die zu dunkle Farbe. Hier reichte es nur zu 3 von 5 (Hose) und 6 von 10 möglichen Punkten (Jacke). Das dunkle Braun betont die menschliche Kontur sehr und hat keine sehr guten tarnenden Eigenschaften.
Den letzten Einsatz hatte der Anzug bei den Drückjagden 2012. Gerade dabei ist es wichtig, warm genug zu bleiben, um unnötige Bewegungen zu vermeiden. Zu dicke Bekleidung ist aber auch nicht gut, denn sonst sind schnelle Anschläge kaum möglich.
Die Bewegungsfreiheit der Jacke ist sehr gut und erlaubt schnelles Anschlagen. Bei –5 Grad reichten Thermounterwäsche und ein Jagdhemd unterm Daunenanzug völlig aus, um über drei Stunden auf dem Drückjagdstand auszuharren, ohne mit den Zähnen zu klappern. Das unterstrich nochmals die vergebenen 18 Punkte bei der Wärmeisolation.
Negativ fiel allerdings auf, dass die oberen Schub­taschen der Jacke etwas zu knapp bemessen sind, die Hände sollten bis zu den Gelenken eingeschoben werden können, dazu fehlen einige Zentimeter.
Bei der Ausstattung der Hose gibt es kaum etwas zu bemängeln, lediglich die fehlende Gesäßtasche bei der Hose brachte einen Abzug von zwei Punkten für die Hose – die Jacke erzielte 13 von 15 Punkten. Den Abzug gab es für die zu kleinen Schubtaschen.

Auch bei kalten Winterwanderungen macht man in der modischen Jacke eine gute Figur.

Fazit
Mit dem neuen Argali Daunen-Jagdanzug bietet Blaser eine sehr universelle Kombination, die fast das ganze Jahr über genutzt werden kann – von
Ansitzen an kühlen Sommertagen über die Bergjagd, Riegeljagden bis zum Winteransitz bei Minusgraden lässt sich diese Kombination nutzen.
Faszinierend ist das geringe Gewicht bei sehr hoher Wärmeleistung. Alles lässt sich in der Maschine waschen und im Wäschetrockner trocknen.
Die Jacke kostet 369 €, die Hose 260 €, jeweils komplett mit Dauneninnenbekleidung. Die Verarbeitung und das verwendete Material sind sehr gut und die Ausstattung geradezu luxuriös. Der Praxisnutzen dieser Kombi ist sehr hoch, da alle Teile separat getragen werden können und sich mit anderer Bekleidung kombinieren lassen.
Beide Kleidungsstücke erhalten die Bewertung sehr gut und damit 3 Lupen.