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Namibia bekennt sich zur Jagd

Do, 04.10.2018 - 06:23
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Die Regierung lehnt ein geplantes Importverbot für Trophäen ab.

Der US-Bundesstaat Kalifornien will die Einfuhr bestimmter Trophäen aus Afrika verbieten. Dagegen protestiert die namibische Regierung. In einem Schreiben wendet sich Umwelt-Staatssekretär Theofilus Nghitila an den Gouverneur des Staates Kalifornien, Edmund G. Brown.

Darin bringt Nghitila zum Ausdruck, welche weitreichenden negativen Konsequenzen der von der kalifornischen Regierung geplante „Iconic African Species Protection Act“ für sein Land, seine Bevölkerung und den Artenschutz hätte.

Die deutsche Delegation des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der DJV begrüßen die offenen Worte der namibischen Regierung und das klare Bekenntnis eines ganzen Landes zu nachhaltiger Jagd.

„Die Annahme ist völlig falsch, dass andere Tourismusformen die Jagd ersetzen könnten.“, schreibt Theofilus Nghitila in seinem offenen Brief und ergänzt: „Gut funktionierender Fototourismus mag eine wettbewerbsfähige Form der Landnutzung für wenige ausgewählte Gebiete sein, sofern diese pittoresk und leicht zugänglich sind. Große Teile Namibias entsprechen diesen Anforderungen aber nicht.“

Die für den Fototourismus notwendige Infrastruktur erfordere massive, landschaftsverändernde Investitionen. Maßnahmen wie Straßenbau, Vergrößerung von Flugplätzen oder der Bau von Hotelanlagen hätten negative ökologische Wirkungen. Gastjäger jedoch bevorzugen laut CIC und DJV Regionen, die natürlich geblieben sind. Sie werden gerade von Landschaften angezogen, die keine Tourismusinfrastruktur aufweisen.

40 Jahre Erfahrung mit nachhaltiger Nutzung von Wildtierbeständen, wachsende Bestände außerhalb von Nationalparks

Namibia blickt auf annähernd 40 Jahre Erfahrung in der nachhaltigen Nutzung seiner Wildtierbestände zurück. Diese haben sich in dieser Zeit verdreifacht. Wo die die Jagd politischem Druck weichen muss, bestimmen bald Ziegen, Rinde, Schafe das Landschaftsbild, die mit dem noch vorhandenen Wild um das Grasland konkurrieren.

Natürlich vorhandene Großraubtiere wie Hyänen, Leoparden und Löwen erkennen Vieh als einfache Beute und kommen dadurch mit dem Menschen in Konflikt. In diesem Konflikt können sie nur unterliegen, wie Bilder von vergifteten Löwen in Kenia zeigen, wo die Jagd seit den 1970er Jahren verboten ist.

In Namibia dagegen wachsen die Populationen der Großraubtiere auch außerhalb der Nationalparks, weil sie für die Menschen einen Wert darstellen. Diesen Wert erhalten sie überwiegend durch Jagd. Das Land beherbergt heute den größten Bestand an Spitzmaulnashörnern, Giraffen, Geparden und Leoparden aller afrikanischen Staaten.

Gab es 1995 noch 7500 Elefanten in Namibia, so seien es heute 20.000 mit zunehmender Tendenz. Ein Anstieg dieser Arten sei in erster Linie außerhalb von Nationalparks zu verzeichnen.

„Iconic African Species Protection Act“: Katastrophale Auswirkungen auf die ländliche Bevölkerung

Jagdbeschränkungen, wie sie der „Iconic African Species Protection Act“ nach sich ziehen würde, lehnt Staatssekretär Theofilus Nghitila ab. Solche Importverbote hätten negative Folgen für die Arten, für deren Schutz sie eigentlich sorgen wollen: „Wichtig ist, dass Namibia durch den Einsatz wirksamer ökonomischer Anreize den Abwärtstrend, der die Wildtierpopulationen in den meisten anderen afrikanischen Ländern kennzeichnet, umgekehrt hat.

Diese Anreize werden durch die vorliegende Gesetzesvorlage unterminiert“, so Nghitila. Dem Land drohe der Verlust von vielen Arbeitsplätzen auf Farmen und in Conservancies, auf denen Wildtiere erfolgreich zusammen mit Nutzvieh bewirtschaftet werden. Jagdbeschränkungen durch Importverbote für Trophäen hätten katastrophale Auswirkungen auf die ländliche Bevölkerung wie zum Beispiel indigene Volksgruppen wie die San oder Himba.

„Wir begrüßen das öffentliche Statement von Staatssekretär Nghitila und können uns seiner Aufforderung nur anschließen, dass Kritiker der Auslandsjagd sich vor Ort ein eigenes Bild machen sollten“, so Dr. Wilhelm von Trott zu Solz, Leiter der deutschen Delegation des CIC. Das geht aus einer Pressemitteilung des DJV und des CIC hervor.

Foto: Wunderlich/DJV