NABU beim Wolf nicht einig

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NABU beim Wolf nicht einig

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Sollen Wölfe, die Zäune überwinden und Nutzvieh reißen, geschossen werden? Beim Naturschutzverband NABU ist man sich da nicht einig. Die Bundesgeschäftsstelle positioniert sich anders als mancher Landesverband.

Der Fachbereichsleiter Naturschutz Ralf Schulte sprach sich im Deutschlandfunk für den Abschuss von Wölfen aus, die mehrfach Zäune überwunden haben oder Menschen zu nahe kamen. Allerdings spricht er sich für ein "Primat der Vorbeugung und der Prophylaxe" aus. Damit sind Zäune, Untergrabeschutz und Herdenschutzhunde gemeint.

Die "Entnahme" sei das letzte Mitte. Das wäre man beim NABU auf Bundesebene aber bereit zu akzeptieren. Auch in Schleswig-Holstein hat sich der NABU für den Abschuss des Rüden mit der Kennung GW 924 m ausgesprochen, der mehrfach Nutztiere, wie Schafe und Rinder gerissen hat.

Das Rudel ist problematisch, der Abschuss aber falsch
In Niedersachsen schätzt der NABU die Situation des Rodewalder Rudels mittlerweile nach eigenen Angaben als kritisch ein, "da das Rudel tatsächlich gelernt hat Kälber, Jungrinder, kleine und junge Pferde zu reißen." Das Rudel hat etwa 40 Nutztiere gerissen, darunter vor allem Schafe, aber auch Rinder, Pferde, Ziegen und ein Alpaka.

Trotzdem wird die Abschussgenehmigung der niedersächsischen Behörden kritisiert. Diese sei fachlich falsch, so die Naturschützer. Sie begründen dies damit, dass die Nutztiere nicht ausreichend durch Zäune geschützt worden seien. Herdenschutz ist ohnehin das Mantra des NABU.

Unterdessen muss sich der NABU für seine differenzierte Haltung gegenüber radikalen Tierschützern rechtfertigen...

Foto: pixabay.com