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Hochsitze auf die Freiflächen!

Do., 22.07.2021 - 08:00
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Mit der erst vor wenigen Wochen in Kraft getretenen Extremwetter-Förderricht-linie besteht erstmals in der Geschichte von NRW die Möglichkeit staatlicher Zuschüsse für Hochsitze. Antragsberechtigt sind allerdings ausschließlich betroffene Waldbesitzer. Damit schon in diesem Herbst an möglichst vielen der riesigen Freiflächen auch entsprechende Bejagungshilfen zum Einsatz kommen, wird's nun höchste Zeit.

Anfang Juli besprachen die Führungsspitzen von Landesjagd- und Waldbauernverband NRW, wie man sich praktikabel und ohne große Bürokratie ein Miteinander von Jägern und Waldbesitzern vorstellen kann. Grundlage jeder Planung kann nur eine Besprechung vor Ort an den Freiflächen sein. Offizielle Zahlen sprechen zwar immer noch von „nur“ rund 70000ha in NRW, doch Insider gehen längst davon aus, dass der ab Anfang Juni wieder massenhaft schwärmende Borken­käfer dafür sorgte, dass die 100000ha längst überschritten sind...ohne dass ein Ende absehbar wäre!

Naturverjüngung favorisiert

Die Wieder­bewaldung ehemals fichtendomi­nierter Flächen wird sehr oft nicht zwangsläufig per Pflanzung erfolgen, vielmehr setzen viele Waldbesitzer wegen ausgeschöpfter finanzieller Ressourcen, kaum verfügbarer Pflanzen, mangeln­der Arbeits- u. Technikkapazität oder befürchte­ter Trockenheit nach der Pflanzzeit gezwunge­nermaßen auf Naturverjüngung. Viele Flächen bleiben nach Aufarbeitung des Schadholzes also  einfach liegen, im besten Fall wird wenigstens der Schlagabraum (Kronen) entfernt oder zusamme­geschoben... Wie solche Flächen in kürzester Zeit aussehen, weiß man hierzulande spätestens seit Kyrill – eine dichte Pionier-Vegetation aus Himbeere, Brombeere, Adlerfarn, Birke, Weide, Vogelbeere und Faulbaum verwandelt die Kahl­schläge ruckzuck in eine grüne Hölle, unüberschaubar und unbejagbar. Wenn man nix macht.

Jäger in der Pflicht

Um in solchen „Dschungeln“ Rehen in den nächsten fünf bis sieben Jahren nachstellen zu können, reichen Hochsitze (und Jäger, die sie nutzen!) allein nicht aus. Dazu braucht es ein sorgfältig geplantes (und anschließend auch jährlich gepflegtes!) System von ausreichend breiten Bejagungsschneisen. Diese müssen bei Bepflanzung von Anfang an freigehalten werden und in Naturverjüngungsflächen mit entsprechenden Maschinen („Forstmulcher“) nachträglich eingebracht werden. Auch solche Arbeiten werden den Waldbesitzern über die erwähnte Förderrichtlinie finanziell erstattet.

Viel Holz für wenig Geld: Die von Praktikern entwickelte, preiswerte Waldumbauleiter.

 

Damit unser Versprechen, dabei tatkräftig mitzuhelfen, das wir Jäger den Waldbauern im Frühjahr 2020 gaben (s. RWJ 3-20) nicht nur auf dem Papier steht, sondern auch umgesetzt wird, müssen jetzt in diesen Wochen, draußen in den Revieren der hauptbetroffenen Regionen unseres Landes (Ost- u. Südwestfalen, Berg. Land, Eifel) möglichst viele Jäger „ihre“ Waldbauern treffen. Wenn also in Ihrem Revier nennenswerte Kahlflächen liegen, bitten Sie den Wald­besitzer zu einem gemeinsamen Ortstermin draußen im (ehemaligen) Wald:

- Sollte die Fläche zur Bepflanzung anstehen, legen Sie dabei gemeinsam freizuhaltende   Bejagungsschneisen fest,

- sollte die Fläche nicht bepflanzt werden, legen Sie gemeinsam fest, wo und wie viele   Bejagungsschneisen mit Forstmulchern in die Flächen eingebracht werden,

- besprechen Sie, wie viele Hochsitze der Waldbesitzer für diese Fläche zur Förderung   beantragt (150€ pro Einrichtung, max. ein Sitz je ha pro Fläche),

- gründen Sie als vertrauensbildende Maßnahme gleich eine WhatsApp-Gruppe, in der sie   sich über Jagderfolge freuen können.

15 % Rabatt für Mitglieder!

Jeder kann natürlich Hochsitze selbst bauen oder kaufen, wo er will. Besonders angesichts sprunghaft gestiegener Holzpreise erweist es sich allerdings als günstig, dass mit holz&raum ein großer heimischer Produzent in Zusammenarbeit mit Praktikern einen speziellen Hochsitz für Freiflächen entwickelte – und bis Ende 2021 Mitgliedern von Waldbauernverband und LJV NRW zu exklusiven Sonderkonditionen anbietet.

Matthias Kruse

 

Waldumbauleiter, KWF-geprüft, H 400cm, kesseldruckimprägniert, Leiter und Sitz vormontiert, alle and. Hölzer vorgebohrt, verschiebbare Gewehrauflage, inkl. Montagematerial/-anleitung, Kantholz, inklusive Dachkonstruktion (110/110/150 cm),4 Stück auf Palette: 1140€ (entspricht Einzelpreis: 285€), Fracht: 199€, Zubehör: Tarnnetz 30€, Schlag-Erdanker 40€, 4 Betonplatten: 14,40

Info/Bestellung: holz&raum, Therecker Weg 18 57413 Finnentrop, Tel. 02395/918253, kirchberg@holzundraum.de, www.hochsitzshop24.de