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Eckpunkte der Krähenjagd

Fr., 07.08.2020 - 07:23
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Die Bejagung der Krähen ist ein wichtiger Baustein, um das im Revier vorhandene Niederwild zu hegen. Denn die intelligenten Vögel richten unter Bodenbrütern und Niederwild große Schäden an, machen aber auch in der Landwirtschaft einige Probleme – sie zerhacken u. a. gern Silage-Folien.

Wer seinem Niederwild, aber auch dem Kiebitz und anderen Bodenbrütern wirklich helfen will, kümmert sich intensiv um die Rabenkrähen in seinem Revier. Den die Schwarzen suchen die Wiesen vor allem im deckungslosen Frühjahr systematisch nach Nahrung ab und räumen dabei ganze Fasanen- und Kiebitzgelege, aber auch einen ganzen Satz Junghasen aus.

Jungjäger einbinden
Insofern ist die scharfe Bejagung der Rabenkrähen zu begrüßen, zumal sich dabei auf ideale Weise Jungjäger und revierlose Jäger integrieren lassen. Wer sich mit der Bejagung ein wenig vertraut gemacht hat und in einen Grundstock an Ausrüstung investiert, wird bei der Krähenjagd viel Freude haben und gleichzeitig Gutes tun.

Die Ausrüstung kann auch für ein Revier oder einen Hegering angeschafft und dann geteilt werden Das ist mit einem gewissen Aufwand verbunden, weil man einen Grundstock an Ausrüstung braucht. Dazu bieten einige Hersteller Starter-Pakete an.

Auch die Vorbereitungen nehmen etwas Zeit in Anspruch, aber eine scharfe Bejagung der Schwarzen macht sich bei den Niederwildarten positiv bemerkbar und jeder Ansitz verspricht sehr viel Jagdfreude.

Krähenstrecke
Wer sich gut vorbereitet, kann an einem Morgen ordentlich Strecke machen und damit dem Niederwild helfen (Foto: F. Lakemeyer).

 

Ausrüstung
Tarnung ist zur Bejagung der schlauen, aufmerksamen Krähen unabdingbar ! Kleinste Hinweise auf unnatürliches Material lassen sie misstrauisch werden. Als Grundausstattung benötigt man daher:

• Einen Tarnstand, den man kaufen oder aus Holzlatten, Tarnnetz und belaubten Zweigen selbst bauen kann – nur aus vor Ort vorkommenden Naturmaterialien.
• Lockkrähen (mind. 10, 15 reichen) – besser in hochwertige beflockte Modelle investieren – und in eine Transport­tasche, die die Beflockung schützt. Die Anzahl der Lockkrähen und die Variabilität des Lockbildes steigern die Attraktivität.
• Akustische Locker machen Krähen über weite Entfernungen auf das Lockbild aufmerksam (zwei reichen für den Anfang).
• Selbstladeflinten sind vorteilhaft, da man sie zum Laden im engen Tarnstand nicht brechen muss. Bei der Munition haben sich 2,7 mm und 32 g bewährt.
Die Bandbreite von 2,5 bis 3 mm und 28 bis 36 g ist gut einsetzbar.
• Gehörschutz
• Ein brauchbarer Hund ist in Nordrhein-Westfalen zur Krähenjagd nicht vorgeschrieben, aber sehr sinnvoll, denn jede erlegte Krähe muss sofort eingesammelt werden, darf also nicht „einfach so“ (z. B. auf dem Rücken) im Lockbild liegen bleiben. Hunde stören Krähen nicht – ein Mensch, der zwischen Tarnstand und Lockbild hin- und herläuft, schon. In Niedersachsen sind brauchbare Hunde vorgeschrieben.
• Windprüfer: Seifenblasen reichen, aber auch Produkte aus dem Jagdbedarf tuns.

Lockbild Krähenjagd
Je realistischer und größer das Lockbild, desto höher ist die Chance auf eine gute Strecke (Foto: Lakemeyer).



Vorbereitung
• An erster Stelle steht das Auskundschaften der Fraßplätze und Schlafbäume. Denn ein Lockbild macht nur in der Nähe der Krähen Sinn. Sie halten sich gern an frisch gemähten, gepflügten oder gegrubberten Flächen auf, wo sie Nahrung finden, und suchen immer wieder Silos oder Silageballen auf.
• Lockbild und Tarnschirm werden vor Sonnenaufgang aufgebaut. Sein Fahrzeug sollte man sehr weit entfernt parken, da Krähen PKWs (besonders Jäger-autos !) sofort erkennen. Am Vorabend sollte man das Lockbild aber nicht aufbauen – also früh aufstehen.
• Das Lockbild sollte am äußersten Ende maximal 20 m vom Tarnschirm entfernt sein und an der nächsten Stelle etwa 5 bis 10 m vom Schützen.
• Alle silber-metallischen Waffenteile müssen abgedeckt/abgeklebt werden. Schwarze Läufe müssen nicht getarnt werden.
• Jäger müssen mit Mütze und Gesichtstuch (Dreieckstuch/Sturmhaube) getarnt sein – je mehr Tarnung, desto besser. Handschuhe müssen ebenfalls sein, aber nicht unbedingt teure Tarnhandschuhe – einfache schwarze oder grüne Exemplare reichen aus, Lederbesatz zur besseren Griffigkeit schadet natürlich nicht.
• Unnatürliche Farben haben im Tarnstand nichts zu suchen.
• Man muss den Wind im Rücken haben, da Krähen gegen den Wind oder seitlich zum Wind einfallen.
• In manchen Fällen wirkt das Lockbild mit Fallwild oder Essensresten (in Fast-Food-Tüten) interessanter.
• Akustische Locker können Krähen zum Lockbild bringen, wenn sie es nicht direkt sehen und aufmerksam werden.
• Telegrafenmasten und hohe Bäume sollten wegen möglicher Wächterkrähen gemieden werden.