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Redring Flintenvisier

Do., 19.09.2019 - 09:34
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Das Redring-Flintenvisier ist eine Entwicklung des skandinavischen Schießlehrers Östergren und wird in Schweden produziert, in Deutschland wird es über den Waffenhersteller Blaser vertrieben.

Technisch ähnelt es einem Mini-Rotpunktvisier wie Docter Sight oder Zeiss Compact Sight. Es hat keine Vergrößerung und die Zieleinrichtung wird auf eine Glasfläche projiziert. Diese Glasscheibe ist aber deutlich größer als bei Mini-Rotpunktvisieren. Anstelle eines kleinen Zielpunktes dient zum Visieren ein roter Kreis.

Das Display des Redrings ist 26 mm hoch und verjüngt sich von einer Basisbreite von 32,5 auf 27 mm im oberen Bereich. Laut Hersteller entspricht der Zielkreis bei 20 m Schussentfernung in etwa dem Durchmesser der Schrotgarbe.

Abweichungen wird es je nach verwendetem Choke geben, auch der Aufbau der Schrotpatrone spielt dabei sicher eine Rolle. Patronen mit Schrotbecher halten die Garbe meist etwas länger zusammen als bei der Trennung von Vorlage und Pulverladung durch gefettete Filzpfropfen.

Das dürfte aber in der Praxis für das grundsätzliche Anvisieren des Ziels keine große Rolle spielen.

Das Redring-Visier ist parallaxefrei, man sollte also beim Zielen wie mit einem Rotpunktvisier für Büchsen beide Augen offen halten. Die meisten Flintenschützen schießen aber sowieso mit beiden Augen offen, sodass dazu kaum eine Umstellung notwendig ist.

Redring Flintenvisier
So sieht beim Redring der Schütze den roten Zielkreis, der auf 20 Meter den Durchmesser einer Schrotgarbe abdeckt.

 

Im Vergleich zu einem Mini-Rotpunktvisier (z. B. Docter Sight 25 g) ist das schwedische Flintenvisier deutlich größer und mit 181 g mehr als sieben Mal so schwer. Um das Flintenvisier zu montieren, ist eine erhöhte Laufschiene notwendig, über die fast alle Bock-, Selbstlade- und auch viele Querflinten verfügen.

Nur Querflinten mit flacher Hohlschiene bleiben damit außen vor.

Die integrierte Montage greift um die Laufschiene, der eigentliche Visierkörper liegt plan auf der Schiene. Das ist unbedingt notwendig, damit keine großen Änderungen des Anschlags erfolgen müssen.

Flinten haben keine einheitliche Laufschienenbreite. Zur Montage auf gängigen Schienenbreiten werden drei Sätze mitgeliefert. Damit werden Schienenbreiten von 6 bis 11 mm abgedeckt. Der Austausch der Montageteile ist sehr einfach.

Der Visierkörper aus anodisiertem Aluminium ist mattschwarz. Das Visier hat keine Verstelleinrichtung. Laut Hersteller wird die auch nicht benötigt, da das Visier flach auf der Schiene liegt und die Montageeinrichtung für einen mittigen Sitz sorgt.

Als Bedienelemente sind an der rechten Seite zwei mit + und – gekennzeichnete gummierte Druckknöpfe vorhanden. Zum Ein- und Ausschalten drückt man beide Knöpfe gleichzeitig.

Die Leuchtkraft des roten Zielringes lässt sich manuell und automatisch verändern: Bei der Auto-Funktion passt sich die Leuchtkraft dem Hintergrund selbst an. An der Stirnfläche des Visiers sitzt ein Sensor, der die Helligkeit misst und die Leuchtintensität steuert.

Bei abgeschalteter Auto-Funktion wird die Leucht­intensität über die Drucktasten manuell nach eigenem Geschmack eingestellt. Eine 1,5 Volt AAAA Batterie soll für 300 Stunden reichen. Solche 4xA-Batterien sind nicht gerade einfach zu bekommen, bei üblichen Discountern oder Radiomärkten sucht man vergeblich, wie wir feststellen mussten, als die mitgelieferte Batterie leer war.

Damit die teuren Batterien nicht ständig leer sind, verfügt das Redring über eine Automatik, die es nach vier Stunden ausschaltet. Unter der Batterie-Abdeckplatte befindet sich ein USB-Anschluss, mit dem man das Redring mit einem Computer verbinden kann.

Lässt man sich unter www.redringsight.com/usb registrieren, kann man die Abschaltautomatik des Visiers online einstellen und die Software aktualisieren.

Das Redring macht einen sehr hochwertigen Eindruck und ist erstklassig verarbeitet – was man bei seinem stolzen Preis von 710 € aber auch erwarten darf …