Reviergang
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Reviergang, 18. Oktober 2007

Nachdem inzwischen die Mehrzahl der Maisfelder abgeerntet sind, kann ich mir jetzt endlich wieder die Zeit nehmen, das Revier Stück für Stück mit dem Hund abzulaufen. Die verbliebenen 4 Maisfelder kontrolliere ich während der Anfahrt ins Revier.Wer mit aufmerksamen Augen durchs Revier geht, sieht Vieles, was man vom Auto zwangsläufig übersieht.

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So sind mir die Maisäcker am liebsten: Abgeerntet als Fotokulisse.

Nachdem ich mich in den vergangenen beiden Monaten fast nur noch rund um die ausgedehnten Maisflächen und ihnen bewegt habe, war der erste Gang durch die herbstlich gelben Wälder ein ganz neues Erlebnis. Dort wo Eichen wachsen, liegen die Eicheln wie gesät unter den Ästen. Eine reiche Mahlzeit für das Wild, insbesondere für die Sauen. Alle Jäger und Forstleute, mit denen ich mich unterhalte, fürchten, dass es im kommenden Jahr wieder eine Sauenexplosion gibt. Die Vielzahl der Frischlinge, die dieses Jahr mangels Schnee den Winter und die winterlichen Jagden überlebt hat, wird nach Ansicht meiner Gesprächspartner im kommenden Jahr zu einem starken Anstieg der Population führen. Die Kombination von Eicheln und zahlreichen Gebrächstellen im Revier zeigt, dass die nimmermüden Schwarzkittel zur Zeit übers ganze Revier verteilt sind. Dabei kann ich noch von Glück sagen, dass die Sauen noch bevorzugt im Wald brechen und nur ganz vereinzelt in den Wiesen. Bei vielen Nachbarn in den Revieren zur Lahn hin, sehen die Wiesen schon ziemlich mitgenommen aus. Eicheln sind nun mal das beliebeste Futter für unsere Sauen. Leider wächst mit dem Eichelangebot auch der Appetit auf tierisches Eiweiß. Und das findet sich besonders leicht in den Wiesen.

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Wie gesät liegen die Eicheln am Boden Hier stelle ich die nächste Kanzel.

So bin ich denn auch froh, dass die Sauen im Revier noch ausreichend tierisches Eiweiß im Wald und auch auf den Wildäckern finden. Auffällig ist, dass die Sauen seit einigen Wochen die Suhlen wieder intensiver annehmen. Vielleicht hängt es mit den beiden letzten trockenen Wochen zusammen. Ein guter Teil des Suhlenwassers ist verdunstet oder versickert. Der fester gewordene Schlamm eignet sich wohl wieder   besser zum Suhlen als die Wasserpfützen des Sommers. An den Malbäumen lese ich ab, dass bei einer Abstreifhöhe von 70, 75 Zentimetern auch einige stärkere Stücke durchs Revier ziehen. Die Mehrzahl der Fährten deutet aber auf Frischlinge zwischen 10 und 20 Kilogramm hin.

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Die Kleine Suhle entwickelt sich im Augenblick zum beliebten Treffpunkt Hier strefen kleine und größere Sauen den Schlamm an den Buchstämmen ab.
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Auch auf den Wildacker sind die Sauen zurückgekehrt. Wenn es im Augenblick auch eher ein Wilder Acker als ein Wildacker ist, ziehen steht überall das Gebräch der Sauen.

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Die Schiefertonböden sind die Basis für zahlreiche Suhlen im Revier. Die Suhle am Wildacker wird derzeit noch zögerlich angenommen. Hätte einer von uns auf der alten Leiter am Wildacker bei gutem Wind, gutem Licht und zur rechten Zeit angesessen, dann hätte  ....

In den nächsten Tagen nehme ich mir eine andere Revierecke vor. Bei fast 800 ha, habe ich genug davon.

Drei Schuss, drei Sauen ...

Am vergangenen Freitag kontrollierte ich das Rehtälchen am Eingang des Reviers. Einige dunkle Flecken auf der Wiese ließen schon von der Straße aus vermuten, dass Sauen dort anfingen, die Wiese umzudrehen. Bei näherem Hinsehen zeigte sich denn auch, dass sie schon an vielen Stellen begonnen hatten, die Wiese auf den Kopf zu stellen. Ausgetretene breite Wechsel und viel abgstreifter Schlamm wies drauf hin, dass sich die Sauen hier seit einiger Zeit eingerichtet hatten. Der Platz war ideal. Mitten ein schmales feuchtes Wiesental und rechts und links ausgedehnte Dickungen. Eine davon im Nachbarrevier. Nach Absprache mit einem Freund verabredeten wir dann für Samstag ein kleines Saudrücken, das vor allem dem Training der beiden jungen Kopov-Bracken dienten sollte. Zu fünft gingen wir dann am Samstag auf die Jagd. So heißt das hier bei uns im Taunus. Drei von uns standen an den Wechseln, die anderen beiden tauchten mit den beiden dreivierteljährigen Kopovs im Dickicht unter. Zu hören war lange Zeit nichts. Einige hundert Meter weiter fiel schließlich ein Schuss. Kurz darauf wechselten knapp hundert Meter oberhalb von mir zwei Sauen über die Hangkante. Nur Sekunden später fiel erst ein Schuss, dann ein zweiter. Eine halbe Stund später kehrten auch die beiden Hundeführer zurück. Einer von ihnen hatte einen Frischling geschossen. Zwei weitere Frischlinge waren von den angestellten Jägern erlegt. Die hatten denn auch eine berechtigte Frage an mich: 'Warum hast du denn nicht geschossen ?'  Dort, wo ich mich ursprünglich anstellen wollte, war der Rest der Rotte quer über die Wiese auf dem ausgetretenen Wechsel ausgewechselt. Hätte ich mich nicht selbst ins Abseits gestellt, hätten vielleicht noch eine oder zwei Sauen mehr erlegt werden können. Das gute Ergebnis und die drei sauberen Schüsse versöhnten aber.  Mit der einsetzenden Dämmeung ging ein ereignisreicher Nachmittag zu Ende.