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Im Revier
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Kommen Sie mit hinaus in das Jagdrevier ! Das Revier liegt im nördlichen Taunus. Sein Landschaftsbild ist bestimmt durch die relativ ebene Hochfläche des Hintertaunus mit einer durchschnittlichen Höhe von ca 300 Metern über große Teile der Revierfläche hinweg. Nur an wenigen Punkten ragen einzelne Kuppen bis zu 380 m aus der Hochebene heraus. Die Region liegt im Grenzbereich der geologischen Formationen des Taunus im Süden und der Lahnmulde im Norden. Diese Grenzlage war früher die Grundlage eines intensiven Erzbergbaus, dessen Spuren noch heute an vielen Stellen im Revier erkennbar sind. Die Fläche des Gesamt-Reviers inklusive der Siedlungsfläche beträgt ca. 770 ha, also 7,7 qkm. Sie gliedert sich wie folgt:
Lassen Sie uns das Revier etwas genauer anschauen.
Vor der Pacht Wenn Sie ein Revier pachten möchten, ist es immer sinnvoll, sich das Revier in seiner Lage und seinen Grenzen anzusehen. Sie können sich das Revier von den verpachtenden Jagdgenossen zeigen lassen, Sie können aber auch den zuständigen Förster oder einen der dort jagenden Jäger bitten, Ihnen das Revier zu zeigen. Nach aller Erfahrung werden diese Führungen und Schilderungen selten objektiv sein. Der Verpächter wird das Revier in seinen schillerndsten Farben anbieten, der dort jagende Jäger seine eigenen Interessen im Auge haben. Um ein objektiveres Bild zu gewinnen, ist es sinnvoll, sich eine Topografische Karte im Maßstab 1:25.000 zu kaufen, sich die Reviergrenzen eintragen zu lassen und dann Revierteil für Revierteil abzulaufen. Im Idealfall lassen Sie sich durch einen Jäger Ihres Vertrauens begleiten. Spuren und Fährten, die Wald-Feld-Verteilung und die Platzierung der Hochsitze zeigen schnell, wie es um ein Revier beschaffen ist. Achten Sie dabei auch auf die Struktur des Waldes. Ist es ein wildarmer Hochwald oder ein Wald mit vielen eingestreuten Jungwuchsflächen? Werden die Dickungen über eine Pachtperiode hinweg Deckung bieten oder werden sie bald aus dem Dickungs-Stadium herausgewachsen sein ? Achten Sie auch auf die angebauten Feldfrüchte. Dort wo viel Mais angebaut wird, sind Schaden und Ärger schon programmiert. Wenn Ihnen das Revier zusagt, können Sie nach dem Abschluss des Pachtvertrages daran gehen, mit der Revier-Planung zu beginnen. Erste Bilanz - Ein Revier kennen lernen Ich bin bei der Pacht meines neuen Reviers nach diesen Prinzipien vorgegangen. Dazu muss man wissen, dass das fragliche Revier in der Folge des Todes des früheren Pächters verwaist war und zwei Jahre lang nicht verpachtet werden konnte. Die Hinderungsgründe lagen in den überhöhten Pachtforderungen und den riesigen Maisanbauflächen bei gleichzeitig hohem Schwarzwildvorkommen. Lange bevor ich ernsthaft daran dachte, mein neues Revier zu pachten, sah ich mir das verwaiste Revier zu verschiedenen Jahreszeiten an. Zusammen mit meiner Dackelhündin machte ich eine gründliche Bestandsaufnahme. Sie begleitete mich auf allen Gängen und verwies mit ihrer feinen Nase alle Wechsel und zahlreiche Fährten und Spuren Alle wichtigen Beobachtungen trug ich in meine Revierkarten ein. Eines der wichtigsten Kriterien bei der Bewertung eines Reviers ist das Bild der Fährten und Wechsel. Wo fährtet man Wild ? Zu welcher Jahreszeit fährtet man Wild ? Wie verlaufen die Wechsel ? Alle Einzelbeobachtungen trug ich in meine Revierkarten ein. Die Summe der Beobachtungen und Eindrücke machte es mir schließlich nicht schwer, ein Angebot für die Pacht eines Revieres abzugeben, das über zwei Jagdjahre nicht verpachtet werden konnte. Weil ich schon ab Januar über das Revier verfügen konnte, löste ich die bisher betriebenen Kirrungen auf und legte abseits davon neue Kirrungen an, um einen Überblick über das im Revier stehende und durch das Revier wechselnde Wild zu erhalten. Frost, Schnee, und silierter Apfeltrester vermischt mit Getreide vermittelten schnell einen ersten Überblick über das Wild im Revier. Ernüchternd war, dass in einem Revier, in dem noch vor Jahren bis zu 12 Stück Rotwild jährlich erlegt wurden, über Winter kein einziges Stück Rotwild zu fährten war. Zuversicht gibt die Tatsache, dass im südlichen Teil des Reviers anlässlich der ersten kleinen Drückjagd relativ viel ältere Rotwildlosung bestätigt wurde. Vermutlich hatte dort ein kleineres Rudel im Herbst seinen Einstand bezogen. Erfreulich ist, dass sich an den Kirrungen innerhalb weniger Tage Rehwild und Sauen einstellten. neben einer etwa 10-köpfigen Rotte Sauen suchten auch mehrere einzeln gehende stärkere Sauen die Kirrungen auf. Vor diesem Hintergrund machte ich mich daran, die Wege und Wechsel der Sauen im Revier zu erkunden. Dank der Höhenlage des Reviers zwischen 300 und fast 400 Metern, blieb der spärliche Schnee in diesem Jahr sehr lange liegen. So nutzte ich jede 'Neue' und auch die alten Schneedecken, um den Sauen auf die Spur zu kommen. Dabei beging ich nur feste und häufig von Spaziergängern benutzte Wege, um die scheuen Schwarzkittel nicht zu stören. Über die Zahl der ein- und auswechselnden Fährten kann man so sehr zuverlässig feststellen, wie viele Sauen sich gerade wo aufhalten. Weitere Hinweise waren die Frequenz der Besuche an den Kirrungen, die Wechsel über die Landstraße und das im Schnee weithin auffallende Gebräch. So verfüge ich schon nach einem und einem halben Monat Jagdzeit im neuen Revier über eine relativ gute Kenntnis des Bewegungsprofils der Sauen im Revier. Dabei ist mir bewusst, dass sich dieses sofort verschiebt, wenn der Frost aus dem Boden zieht und das Frühjahr naht. Auffällig ist im Frühjahr die hohe Zahl der einzeln ziehenden Stücke. Das weist eindeutig darauf hin, dass die älteren Bachen im Kessel liegen und frischen, während die Frischlinge vom letzten Jahr sich im weiteren Umkreis um den Kessel bewegen. Vorhandene Reviereinrichtungen Im Revier steht eine Reihe von offenen und geschlossenen Jagdkanzeln Jagdleitern. Die meisten Kanzeln und Leitern stehen schon über eine Jagdperiode, viele sogar über 2 Jagdperioden. Zustand und Sicherheit verlangen nach der Übernahme des Reviers eine grundlegende Renovierung , vielfach auch den Abriss und die Neuerrichtung. Dies kann aber erst erfolgen, wenn die Besitzverhältnisse geklärt sind. Dies zu klären und die nötigen Kanzeln und Leitern zu renovieren bzw. zu errichten wird Aufgabe meines ersten Jagdjahres sein.. Sie werden den Neuaufbau hier in der jagdpraxis.de verfolgen können.
Äsungsflächen und Wild-Äsung Da das Revier über 2 Jahre verwaist war, sind die Äsungsflächen nur jährlich einmal gemulcht worden. Eine weitere Pflege fand nicht statt. In den nächsten Wochen werde ich die vorhandenen Äsungsfächen erfassen und überlegen, wie sie im kommenden Jahr vorteilhaft eingesät werden. Suhlen Bei uns im Taunus muss man sich keine Gedanken um die Einrichtung künstlicher Suhlen machen. An vielen Stellen staut sich Wasser auf den tonigen Schichten. Dies gilt auch für unser Revier. Überall im Wald und in den kleinen Wiesentälern gibt es staunasse Plätze. Rot- und Schwarzwild kennen die Plätze seit langer Zeit und schlagen sich die Suhlen selbst. Gelegentlich ist es angeraten, Steine und Äste aus den Suhlen zu räumen. Aufmerksame Jäger erkennen an den Suhlen Art
und Größe des suhlenden Wildes. Salz-Lecken Mineral-Salze ziehen das Wild dann besonders an, wenn Boden und Pflanzen arm an Mineralsalzen und Mineralstoffen sind. Salz und wichtige Mineralien kann man dem Wild auf vielerlei Weise anbieten. Am vorteilhaftesten sind erhöhte Salzstöcke. Wir werden die unterschiedlichen Varianten ausprobieren und darüber berichten.
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